Evangelisch-methodistische Kirche

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine evangelische Freikirche mit folgenden Kennzeichen:

  • Wer sich bewusst zum Glauben an Jesus Christus bekennt, kann sich als Mitglied in eine Gemeinde aufnehmen lassen.
  • Methodisten sind davon überzeugt, dass persönlicher Glaube und verantwortliches Handeln zusammengehören.
  • Finanziert wird die Gemeindearbeit wie die gesamte Kirche durch freiwillige Beiträge und Spenden.
  • Die EmK pflegt seit 1988 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (Ökumene) und der Evangelischen Allianz ist ihr wichtig.
  • Die EmK ist eine internationale Kirche. Sie ist grenzüberschreitend organisiert und versteht sich als eine „weltweite“ Familie.

Woher wir kommen

Der Methodismus entstand im 18. Jahrhundert als Erneuerungsbewegung innerhalb der Kirche von England durch den anglikanischen Pfarrer John Wesley (1703-1791). Der Name „Methodisten“ wurde ursprünglich einer Gruppe von Studenten in England angehängt. Diese wussten sich durch Bibelstudium und Gebet angesprochen, Armen, Kranken und Strafgefangenen zu helfen. Später nahm die gesamte Erneuerungsbewegung diese Bezeichnung an. Nach Amerika gelangte der Methodismus durch Auswanderer und Abgesandte. Deutsche Rückkehrer gründeten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Heimat ihrerseits Gemeinden. Im Jahr 1968 vereinigten sich zwei bislang selbstständige methodistische Traditionen in unserem Land, die Bischöfliche Methodistenkirche und die Evangelische Gemeinschaft, zur Evangelisch-methodistischen Kirche.

Jährliche Konferenz

Die Ortsgemeinden, die häufig zu Bezirken mit mehreren Gemeinden zusammengeschlossen sind, bilden in ihrer Region einen Distrikt. Die vier Distrikte der Süddeutschen Jährlichen Konferenz – der Heidelberger, der Nürnberger, der Reutlinger sowie der Stuttgarter Distrikt – werden von Superintendenten verwaltet und bilden die Jährliche Konferenz.

Die Jährliche Konferenz umfasst einerseits eine geografische Region, andererseits ist sie ein Gremium, nämlich die alljährliche Tagung einer in etwa paritätischen Zahl von Hauptamtlichen sowie ehrenamtlich Tätigen des jeweiligen Konferenzgebietes. Jeder Gemeindebezirk ist in der Jährlichen Konferenz personell vertreten.

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz umfasst die Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen (teilweise), Nordrhein-Westfalen (teilweise), Rheinland-Pfalz (teilweise), Saarland.

Gelegentlich wird die Jährliche Konferenz mit den Synoden der Evangelischen Landeskirchen verglichen. Aber auch der Begriff „Kirchenparlament“ trifft die Sache nicht ganz. Von ihrem Ursprung her und bis heute ist sie eine Plattform für das „geschwisterliche Gespräch“ über den Dienst der Kirche in gemeinsamer Verantwortung.

Die Jährliche Konferenz hat die Leitungs- und Entscheidungshoheit in der Evangelisch-methodistischen Kirche. Der Bischof bzw. die Bischöfin leitet die Sitzungen der Jährlichen Konferenzen.

Glaubens- und Kirchenordnungsthemen stehen dabei ebenso auf der Tagesordnung wie allgemeine Verwaltungs- und Finanzfragen. Hinzu kommen bei den Konferenztagungen thematische Schwerpunkte und gottesdienstliche Feiern und Andachten.

Am Ende einer Tagung der Jährlichen Konferenz versammeln sich viele Gemeindeglieder am Konferenzsonntag zu einem großen Gottesdienst.