Gottesdienst: Was ändert sich?

Im März dieses Jahres hat die Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Hamburg unter anderem eine Reform des Gottesdienstes beschlossen. Ein Fachgremium hatte hierfür mehrere Jahre lang Vorarbeit geleistet und die gewünschten ModiJzierungen der Agende in die Zentralkonferenz eingebracht. Im Folgenden soll kurz beschrieben werden, wie es zu der Reform kam und was ihre wichtigsten Inhalte sind.

Das gottesdienstliche Feiern in den Gemeinden unserer Kirche in Deutschland ist in den letzten Jahren insgesamt sehr viel bunter geworden. Immer häuJger wird die bisher genutzte Grundform 1A, die auch Grundlage der Gottesdienste in den Gemeinden unseres Bezirks ist, modiJziert. Veränderungswünsche sind nicht verwunderlich, da unsere bisherige Grundform kurz nach der Vereinigung von Evangelischer Gemeinschaft und Methodistenkirche entstanden und nun schon fast 50 Jahre lang in Gebrauch ist. Man merkt ihr die Zeit der Kirchenvereinigung und die Versuche, einen Konsens zwischen den Traditionen der beiden früheren Kirchen zu Jnden, deutlich an.

Die Fachgruppe für Gottesdienst und Agende der EmK in Deutschland, in der von unserem Bezirk Hannelore Reinert und Holger Eschmann lange Jahre mitgewirkt haben, hat nun ein neues Konzept entwickelt, das den Gemeinden vor Ort einerseits einen gemeinsamen Rahmen bietet, andererseits auch Freiraum für die individuelle Entfaltung vor Ort lässt.
Der gemeinsame Rahmen wird durch vier Dimensionen oder Stationen gebildet, die den Weg durch die Feier des Gottesdienstes beschreiben:

▪ Ankommen – Gott bringt uns zusammen
▪ Hören – Gott spricht zu uns
▪ Teilen – Gott verbindet uns miteinander
▪ Weitergehen – Gott segnet uns.

Im Teil „Ankommen“ wird der Gottesdienst durch Musik, Eingangsworte, Begrüßung, Loblieder und Gebet eröffnet. Im Teil „Hören“ sprechen die biblischen Lesungen und die Predigt oder andere Verkündigungsformen zuuns. Beim „Teilen“ stehen die Feier des Abendmahls, die Zeit der Gemeinschaft, die Sammlung des Opfers und die Fürbitten im Mittelpunkt. Und im Teil „Weitergehen“ wird uns – neben dem Singen weiterer Lieder und dem Hören des Nachspiels – der Segen zugesprochen, mit dem wir in die Woche gesandt werden.

Wenn man die Reform konservativ durchführt, wird gegenüber der bisherigen Grundform nur das Eingangsgebet weiter nach vorn gerückt, was seinem Namen entspricht, liturgisch sinnvoll ist und in den meisten Kirchen auch so gehandhabt wird. Die Zeit der Gemeinschaft mit den Bekanntgaben und persönlichen Mitteilungen einzelner Gemeindeglieder rückt dagegen zeitlich nach hinten in die Nähe der Fürbitten. Insgesamt soll das Abendmahl einen größeren Stellenwert bekommen – wie bei den ersten Christen, bei John Wesley und in den Gottesdiensten der weltweiten United Methodist Church.
Die beschriebene neue Gottesdienstform ist zeitgleich auch in Mittel- und Südeuropa in der EmK eingeführt worden, sodass jetzt alle europäischen Gemeinden unserer Kirche wieder eine gemeinsame Grundform haben. Die Zentralkonferenz in Deutschland hat für die Umsetzung der Reform Gelder für Schulungen und Gottesdienstmaterial bereitgestellt und empJehlt den Gemeinden die Umsetzung der neuen Impulse. Wer Zugang zum Internet hat, Jndet unter www.emk-gottesdienst.de weitere Informationen. Übrigens haben wir in den Gemeinden unseres Bezirks schon mehrfach nach der neuen Ordnung Gottesdienste gefeiert. Die umliegenden Bezirke tun dies bereits mehrheitlich.

Der Gemeindevorstand der Erlöserkirche hat sich dafür ausgesprochen, die neue Form des Sonntagsgottesdienstes zum neuen Kirchenjahr (1. Advent) in der Erlöserkirche ofJziell einzuführen. Zuvor wird es Informationen und auch die Möglichkeit zum Gespräch geben.

Prof. Dr. Holger Eschmann